Health Camps

    

Aktuelle Situation

In Pelmang gab es für die Bewohner bis zur Eröffnung unserer Health Post (Gesundheitsstation) im April 2019
keine Möglichkeit einer zumindest grundlegenden medizinischen Versorgung. Die nächsten Health Posts befanden
sich ohne vorhandene Fahrstraßen mindestens ein bis zwei Tagesmärsche entfernt. Im Juni 2018 erreichte der
staatliche Straßenbau auch Pelmang. 

Die Menschen der Region leiden an Erkrankungen und Infektionen der:

  • Augen (Rauch, UV-Strahlung, Genetik) -> Sehstörungen, Sehverlust, Glaukom, Schmerzen
  • Atemwege (Rauchgasinhalation, Höhe) -> Bronchialleiden, Lungenkrebs, Erkältung/Grippe
  • Haut (div. Ekzeme, inkl. Läuse, Krätze/Skabies)
  • Hals-Nasen-Ohren (Verschmutzungen, Entzündungen) -> Schwerhörigkeit, Hörverlust
  • Magen-Darm-Trakt (Unverträglichkeiten, Infektionen)-> Durchfälle/Diarrhoen, Exsikkose
  • Muskel-Gelenk-Beschwerden -> Arthrose, Arthritis, Rheumatische Erkrankungen
  • alltägliche Wunden, Abszesse, Geschwüre
  • Verletzungen, Frakturen, Fehlstellungen, Unfälle, Verbrennungen
  • Komplikationen aus Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett
  • Mütter-/Neugeborenen-/U5-Sterblichkeit
  • Zähne -> Karies, Fehlstellungen, Unfälle
  • einseitige (Mangel-)Ernährung

Und daraus entstehende Komplikationen !!

    

Die Erdbeben 2015 haben in Pelmang glücklicherweise "nur" Sachschäden verursacht und keine Menschenleben gekostet.
Eine dauerhafte psychische Traumatisierung und Ängste der Bewohner vor einem erneuten Erdbeben gehen jedoch über
die sichtbaren und wieder behobenen Schäden hinaus. 

Westliche Zivilisations-/Wohlstandskrankheiten wie arterieller Bluthochdruck, Übergewicht, (Zucker-/Fett-)Stoffwechselstörungen
sind kaum anzutreffen. Jedoch sind aufgrund Existenzangst oder Depression durchgeführte Suizide keine Seltenheit.

 

Unser Projektanliegen

Im Frühjahr 2016 konnten wir mit 6 einheimischen Ärzten und zahlreichen Helfern in Pelmang ein 1. Medizin Camp über 4 Tage
durchführen. Damit gelangte erstmals überhaupt medizinische Grundversorgung nach Pelmang und die umliegende Region. Vor Ort wurden 1.078 Patienten untersucht und behandelt. In den folgenden Jahren wurden bei unseren Health Camps
2017: 980 
2018: 540 und
2019: 905 Patienten
behandelt.
Schwerer betroffene junge und ältere Patienten erhielten durch unseren Verein den Transport sowie notwendige spezielle fachärzt-
liche Behandlung in entfernten Krankenhäusern finanziert. Außerdem ließen wir 2018 einem ersten Bewohner von Pelmang Zahn-
ersatz zukommen. Nachhaltig möchten wir das Gesundheitsbewusstsein und die eigenverantwortliche Wahrnehmung hygienischer
Möglichkeiten der Bewohner stärken. Dazu zählen insbesondere die persönliche Körper- und Kleiderhygiene, das Zähneputzen, der Umgang mit Trinkwasser und die Abwasserentsorgung sowie die rauchfreien Öfen und kompostierbare Toiletten für jedes Haus.

  

Vorteile

Durch eine permanente oder zumindest regelmäßige medizinische Grundversorgung können eine Reihe der genannten gesundheitlichen Probleme frühzeitig erkannt und vor Ort behandelt werden. Mögliche Komplikationen / Spätfolgen können verhindert werden. Insbesondere Frauen mit Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sowie krankheits- und verletzungsanfällige Kinder können durch eine einheimische, ausgebildete Krankenschwester/-pfleger versorgt werden.

Kostenüberlegung

Bei unserem 1. Medizin Camp 2016 entfielen pro Patient 16-17 Euro. Separat kommen dazu die zusätzlichen Kosten für den
Transport und die Spezialbehandlung der Patienten in Kathmandu. Bei den darauffolgenden Medizin Camps gelang es uns, die Kosten pro Patient zu reduzieren und möglich anfallende Zusatzkosten bereits mit ins Budget einzukalkulieren. 

  


Projektreise und Health Camp 2018

Vom 18.2.-10.3.2018 weilten unsere Vereinsvorsitzende Kati Götz und ihre diesjährige Begleiterin Kerstin Schumann in Nepal.
Ziel des Aufenthaltes im Frühjahr war es, in der Hauptstadt Kathmandu und in unserem Projektdorf Pelmang die Schülerreise im Herbst 2018 vorzubereiten und mit nepalesischen Ärzten im Rahmen des 3. Health Camps medizinische Versorgung an die Einheimischen zu bringen. Mit im Gepäck waren wieder viele Zahnbürsten, Brillen, Schulsachen und Kleidung. Wolle für die Dorffrauen und Rucksäcke für die Patenkinder wurden in Kathmandu eingekauft. In Pelmang besuchten wir außerdem die neuen Patenkinder daheim und schauten nach dem Stand der Dinge all unserer anderen Projekte, insbesondere den neuen Öfen in den Häusern. Wir luden alle bestehenden Patenkinder und -eltern zu einer Zusammenkunft an die Primary School ein, bei der das jährliche Patengeld, Briefe, kleine Geschenke und Bekleidung aus Deutschland übergeben wurden.

   

Zeichen der Dankbarkeit in Form von unzähligen Katas (tibet. Gebetsschal), Blumenkränzen, Brennnesselbändchen und strahlend lachender Gesichter säumten beim Abschied wieder unseren Heimweg. Zeichen, die warm unsere Herzen berühren ... und uns in unserem Tun für Pelmang bestärken.

Liebe Freunde, Unterstützer, Pateneltern, Interessierte ...
wir danken Ihnen und Euch allen aus nah und fern für die Unterstützung, welche unsere Projektarbeiten erst möglich macht.

Folgend erfahrt Ihr Überraschendes, Interessantes, Nachdenkliches, Amüsantes - einen bunten Strauß an Eindrücken und Erfahrungen von unserer Projektreise 2018 nach Pelmang.

   

Zum Weiterlesen: Unser Vereinsbrief 4_2018 und Unser Reisebericht 2018 - "Nepal im Wandel"

 
Sächs. Zeitung 2/2018


Frühjahr 2017: 2. Medizin Camp und vieles mehr

Ostern 2017 gelang es uns erneut, medizinische Versorgung in unsere Projektregion rund um Pelmang / Solukhumbu zu entsenden. Dieses Jahr wurden an insgesamt drei Tagen knapp 908 Patienten betreut. Neben den ärztlichen Untersuchungen durch einen Allgemein- und Kinderarzt, einen Zahnarzt, einer Augenärztin und einer Frauenärztin erhielten die Bewohner der abgelegenen Bergregion notwendige Medizin sowie Anleitung zu hygienischem Verhalten im Alltag und gesundem Zähneputzen. So unterrichtete unsere Vereinsvorsitzende Kati Götz nicht wie daheim in Görlitz ihre ursprünglichen Schulfächer, sondern erteilte Unterricht in richtiger Handhabung von Zahnbürste und Zahnpasta. 

Vor Ort unterstützt wurde sie erneut durch Simone Niedrig, welche vor allem wieder wunderbare Bild- und Videoaufnahmen zauberte. So darf sich bereits jetzt auf unseren neuen Kalender NEPAL 2018 als auch auf unseren REISEBERICHT-VORTRAG am 10. November 2017 im Humboldthaus Görlitz gefreut werden. Begleitet wurden die beiden Frauen durch Ralph und Andreas, welche auf der Reise mit Rat und Tat zur Seite standen.

Bereits bei diesem unseren 2. Medizincamp in Pelmang wurde deutlich, dass unsere letztjährig ausgebrachten Saaten hin zu einem eigenständigen Gesundheitsbewusstsein der nepalesischen Bewohner zu keimen beginnen. Insbesondere die Gynäkologin bestätigte uns bei den Frauen der Dörfer bereits erkennbare Fortschritte. Zudem wird inzwischen früh morgens in der Primary School gemeinschaftlich Zähne geputzt sowie werden Schüler, welche nicht sauber zum Unterricht erscheinen, vom Lehrer wieder nach Hause geschickt und mit den Eltern zum Gespräch gebeten. Schüler der Secundary School sammeln einmal wöchentlich im gesamten Dorf Müll auf. Die handgefertigten Mülleimer aus Bambus sowie die neuen Spielgeräte konnten im Einsatz beobachtet werden.

 


Informationen zur aktuellen Situation einer Medizinischen Versorgung in Nepal

Artikel von Kerstin Schumann (Oktober 2015)